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Der Jahrgang 2006

Der Winter 2005/2006 war frostig, unerbittlich und lang und wurde noch dazu von einem feuchtkühlen Frühjahr, das seinen negativen Höhepunkt im Monat Mai erreichte, gefolgt. Die Folge davon war, dass Austrieb und Blüte der Reben in den österreichischen Weinfluren verspätet einsetzten und ie Winzer bereits mit einem späten jahrgang rechneten. Doch pünktlich mit Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft wendete sich das Blatt, und zwar in einer Heftigkeit, die auch ihre Schattenseiten hatte. Gerade zur Hauptblütezeit des Grünen Veltliners stiegen die Temperaturen nämlich, vielfach durch Stürme begleitet, derart an, dass die Befruchtung nur mangelhaft erfolgte, was sich in äußerst lockeren Trauben, durchsetzt mit winzigen, kernlosen Beeren äußerte. Daraus resultierten jene Mengeneinbüßen, die in manchen Gegenden Niederösterreichs beim Veltliner nur eine kleinere Ernte zuließen.

Ab Mitte Juni und den ganzen Juli über beherrschte drückende Hitze das Weinland, die pünktlich am 1 August von einer extrem kühlen und feuchten Witterungsperiode abgelöst wurde, die im Verein mit ohnehin reichlicher Winterfeuchtigkeit für einen unverhofften zusätzlichen Wasserschub sorgte. Nun waren die Winzer gefragt die sehr aufwendige Laubarbeit zu leisten hatten. Wieder mit dem Ersten des Monats brachte der September aber rasche Linderung in Gestalt prachtwollen Herbstwetters, das dann zur allgemeinen Überraschung eigentlich den ganzen Oktober hindurch anhielt. Selbst nach einem kleinen Schlechtwettereinbruch am ersten November-Wochenende konnten die am Stock verbliebten Trauben noch ohne Stress eingebracht werden. Für etwas Aufregung zwischendurch hatten allenfalls die Regenfälle rund um den 20. September gesorgt, die beispeilsweise in den südsteirischen Weinbergen rasche Vorlesen notwendig gemacht hatten, was aber der Qualität insgesamt keinerlei Abbruch tat.

Durch die beschriebenen Wetterkapriolen mit den drei Eckpfeilern „sehr heißer Juli“ „hohe Feuchtigkeit“ im Biden und dazu feuchter August und besonders “schöner Altweibersommer“ im September und Oktober haben sich Weißweine mit einer wahrhaft phänomenalen Zusammensetzung gebildet. Zum einen waren die Zuckergradationen so hoch wie in den Hitzejahren 2003 und 2000, zum anderen bewegten sich aber zuckerfreier Extrakt und Säuregehalt auf dem Level eines normalen sehr guten Jahres.

Dieses seltene Zusammenspiel führte dazu, dass ungewohnt dichte und großzügige Weine entstanden, deren hoher Alkoholgehalt aber von Extrakt und rassiger Säure so abgefedert werden, dass sie viel ausgewogener und beschwingter über den Gaumen gleiten, als man für möglich halten würde. Diese völlig unübliche Erscheinung hat dazu geführt, dass Vergleiche mit großen Weißweinjahren der Vergangenheit gewagt werden.

Es konnten überall kraftvolle, ausgereifte Weißweine ohne jede Botrytis eingebracht werden. Nicht ganz so leicht war die Kelterung der Sommerweintypen a la Steinfeder, da einerseits aus den genannten Gründen die Gradationen rasch davonliefen und anderseits eine gewisse physiologische Reife auf jeden Fall abgewartet werden musste. Während sich die Ertragseinbußen in erster Linie auf den Grünen Veltliner konzentriert haben, ist die Qualität der anderen Rebsorten erstaunlich gleichmäßig und auf ganz hohem Niveau ausgefallen. In Niederösterreich konnte, wenn man von den ganz leichten Gewächsen absieht, die Spannweite des Grünen Veltliners komplett ausgelotet werden. Sehr feste und ausgewogene Weine der Kabinett-Kategorie, die sich schon durch Fruchttiefe und pfeffrige Würze auszeichnen waren ebenso möglich wie die sich in diesem Jahrgang besonders anbietenden, mächtigen Kredenzen der Reserveklasse, deren Standfestigkeit und Lagerfähigkeit vielleicht in Zukunft zitiert werden konnte.

Rieslinge wie die 2006er vollgepackt mit üppiger Frucht, enorm dicht verwoben und mit nervigen Säurebiss ausgestattet und das alles ohne Botrytiseinfluss, sind in diesem Kontext in der Österreichischen Weinbau-Neuzeit noch recht selten entstanden. Auch die Burgundersorten haben in diesem reifen Jahr sehr gute Form angenommen und konnten den gewohnten Schmelz mit tiefer Frucht verbinden.

Nicht nur in der Steiermark konnten temperamentvolle Welschriesling ebenso gelesen werden wie die schönen Muskateller, die Aromen von Zitruschalen und Zimt mit trauriger Geschmeidigkeit vereinen. In einem Jahrgang mit hoher Reife und ausreichender säure hat auch der schwierige Traminer seine Rolle als Diva unter den österreichischen Spitzenrebsorten bestens ausgefüllt. Auch die Sauvignon Blanc die mittlerweile in allen Regionen Österreichs verbreitet auftreten, konnten schließlich mit viel Schmelz und zartem Aromenreichtum eingebracht werden. Etwas schwerer einzuordnen ist wegen der noch zu durchlaufenden Entwicklungsstadien die Qualität der Rotweine. Hatte man anfangs befürchtet, dass die Vegetationsphase doch etwas kurz geraten war – man konnte in den Rotweingebieten rund um den Neusiedler See auch nicht endlos mit der Lese zuwarten, wurde die prinzipiell hohen Erwartungen nach den ersten Verkostungen doch bestätigt.

Während manche Rotweine aufgrund ihrer festen Struktur, des dunkelbeerigen Fruchttons und des kräftigen Tanninrahmens am ehesten an den Jahrgang 2002 oder vielleicht 1999 erinnern, gibt es auch sehr kraftvolle, konzentrierte Produkte, die den „südländischen“ Jahrgang 2003 an Opulenz und Feurigkeit sogar noch übertreffen. Die allerbesten Rotweingewächse könnten nach der entsprechenden Fassreife vermutlich jene werden, die beide Attribute – also die Struktur der besten 2002er sowie den Druck und Schmelz der gelungensten 2003er – in sich vereinen. Was die einzelnen Sorten betrifft, so scheinen Pinot Noir und St. Laurent, und zwar auch in den niederösterreichischen Rotwein-Enklaven, ebenso gelungen zu sein wie der Zweigelt, der vielerorts punkto Definition und Tanninstruktur an den Blaufränkischen zu erinnern vermag. Über die Gebiete hinweg reüssiert haben auch die Blaufränkischen, die mit Saft und Kraft sowie feinen Anlagen brillieren. Was die französischen Sorten betrifft, so lässt sich vorerst erahnen, dass die Merlots mit Schmelz und dichtem Körper punkten werden, während für Cabernet Sauvignon und Syrah die kurze Vegetationszeit doch zu etwas härteren, sich langsam ausbauenden Exemplaren führen könnte.

Im nördlichen Burgenland begann die Lese am 15. September mit frühen Weißweinsorten wie Muskat Ottonel. Das schöne Wetter der letzten Wochen ermöglichte auch perfekt reife St.-Laurent- und Pinot-Noir-Trauben. Die Spätsorten wie Blaufränkisch, Merlot und Cabernet Sauvignon waren eine Woche danach in einem ausgezeichneten Reifezustand. Die Verkostungen zeigen beim Weißwein eine frische, dynamische Frucht mit lebendigem Säurespiel.

Im Allgemeinen ist der Jahrgang vergleichbar mit 2004, aber mit etwas höherer Reife und geringeren Erträgen. Prächtiges Erntewetter ermöglichte vollkommen gesunde Trauben und sensationell hohe Mostgewichte. Der Zweigelt präsentiert sich so gut wie noch selten, und die Quantität lag über dem Durchschnitt. Auch die Blaufränkischen im Mittelburgenland wurden unter optimalen Bedingungen gelesen. Insgesamt wird der Jahrgang 2006 auch hier ein sehr gutes Weinjahr ergeben. Im Südburgenland waren die Sommermonate mit Juni und Juli extrem heiß – bis zu 37° C. Im August hatten die Winzer zum Glück einige Regentage, aber nicht zu viele, es war relativ warm. Im September waren die Tage bis auf einige Ausnahmen sehr warm: Tagsüber bis zu 25° C, und in der Nacht gab es Temperaturen um 10 bis 12° C, was sehr gut für die Aromen ist. Die Traubenqualität war extrem hoch, Mitte Oktober wurden die besten Blaufränkischen geerntet. Man darf einen sehr ausgeglichenen und großen Jahrgang 2006 erwarten.

Der 24. Oktober war schließlich der erste nebelige, graue Herbsttag, leicht verregnet bei mittags 16° C. Am Vortag hatte es in Wien noch 21° C und in Andau gute 25° C gehabt. Am 25. Oktober gab es wieder bis 23° C und sonniges Wetter. Zum Nationalfeiertag war es im Donautal nebelig, kühl und feucht. Dann folgten nochmals strahlende Tage, die Temperaturen waren aber bereits etwas kühler. Am 29. Oktober erfolgte eine starke Abkühlung (erste Nachtfröste), in zwei Tagen fielen in den Bergen die Werte um 20° C ab. Am 2. November gab es den ersten Schnee in Tal-lagen. So ging es Ende Oktober direkt vom Sommer in den Winter über, der Herbst entfiel. Der Oktober 2006 war mit bis zu 210 Sonnenstunden der sonnenstundenreichste seit Messungsbeginn. Der wahrlich goldene Herbst brachte auch den immer spät geernteten Smaragdweinen der Wachau eine außergewähnliche Qualität. Vergleiche mit dem legendäre Jahr 1947 werden gezogen. Die Ernte verlief unter optimalen Bedingungen, die Smaragde fielen ungemein stoffig und kraftvoll aus. Trotz durchaus höherer Alkoholwerte – speziell beim Veltliner – präsentiert sich die Königsklasse erstaunlich leichtfüßig und trinkanimierend. Besonders gut stellen sich diesmal die großen Lagen der Wachau in den Weinen dar, weil die Weine ohne Botrytis-Einfluß gelesen werden konnten.

Von Frostnächten, wie sie für die Kelterung von Eisweinen unumgänglich sind, war Ende 2006 aber gar keine Rede. Spät aber doch setzte Ende November ein kräftiger Botrytis-Schub ein, der dazu führte, dass in den Süßwein-Hochburgen des Seewinkels im Burgenland auch entsprechende Mengen eingefahren werden konnten. Interessanterweise war die Edelfäulebildung in der alten Freistadt Rust schon etwas früher vonstatten gegangen, weswegen mit einer ausreichenden Anzahl an Ruster Ausbrüchen – und zwar teilweise mit schwindelerregender Gradation – zu rechnen ist. In Niederösterreich dürften am ehesten in der Thermenregion hochgradige Dessertweine zu erwarten sein, da sich ja der Witterungsverlauf (ganz im Gegensatz zum Vorjahr) nicht unbedingt für ein schrittweises Ernten und Selektionieren angeboten hatte.
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